Westfalenpost

Tornado der Kategorie 1

Siegen, 13.08.2008, Boris Schopper

Burbach/Siegerland. Ein Tornado mit Windgeschwindigkeiten zwischen 120 und 150 km/h ist am Dienstagabend um kurz vor 21 Uhr durch Niederdresselndorf bei Burbach gezogen.

Der Wirbelsturm hinterließ Schäden in Höhe von mehreren zehntausend Euro. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Insgesamt wurden 23 Häuser beschädigt, zwei davon erheblich. Bei diesen Häusern hob der Wind  die Dächer   aus der Verankerung. Sie  senkten sich zwar  wieder ab. Dadurch dass die Balkenauflage verschoben wurde, mussten  die Dächer  noch am Abend notdürftig gesichert werden. „Es ist  ungewöhnlich, dass ein so stabiles Dach  angehoben wird”, beschreibt  Zimmerer Hartwig Heinz, der selbst in dem Tornado-Straßenzug wohnt, die Wucht des Sturms.  Der Tornado riss Dachpfannen  und Kaminabdeckungen herunter und fällte    Bäume. Mülltonnen wirbelten umher. „Es dauerte nicht einmal  eine Minute und der Tornado war vorbei. Wir dachten zunächst, es wäre einfach ein starker Sturm”, so Heinz.

 Der Tornado-Beauftragte des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Andreas Friedrich, stuft den Burbacher Tornado  in die Kategorie 1 (Windgeschwindigkeit 120 bis 150 km/h) ein. Tornados werden nach der Fujita-Skala eingeteilt, die von 0 (64 bis 116 km/h) bis 5 (419 bis 512 km/h) reicht. Darüber hinaus gehende Geschwindigkeiten wurden bisher nicht gemessen.  Nach einer ersten Recherche des DWD-Experten handelte es sich  in Burbach tatsächlich um einen  Tornado. Ein Mitarbeiter des nahe gelegenen Siegerlandflughafen  hatte zur fraglichen Zeit beobachtet, wie sich Wolken in einer kreisförmigen Drehung bewegten und sich ein Schlauch zu Boden senkte. Vergleichbare Schäden wie in Burbach verursachen auch starke Gewitter Böen, die ähnlich wie Tornados,  auf einem eng begrenzten Raum auftreten.

Diese Böen erreichen Geschwindigkeiten  bis zu 200 km/h und  können starke Verwüstungen auf kleinem Raum anrichten. Sie kommen zehn mal häufiger vor als Tornados. „Nach dem Augenzeugenbericht  des Flughafen-Mitarbeiters kann ich mit relativer Sicherheit sagen,  es war ein Tornado”, so  Friedrich.